Namib-Wüstenchamäleon--Chamaeleo namaquensis 

 

Verhalten-Beschreibung:

 

Chamaeleo namaquensis hat einige bemerkenswerte Anpassungsfähigkeiten entwickelt, um mit den teils extremen Wüstenbedingungen fertig zu werden.

 

 

 

* Sie können überschüssiges Salz das sie über die Nahrung aufgenommen haben über ihre Nase wieder ausscheiden um Wasser zu sparen. ( ähnlich wie bestimmte Leguane )

* Die Zunge ist fast doppelt so lang wie der Körper des Tieres (ca. 32 cm)

* Als schnellstes Chamäleon bekannt --- kann bis zu 5 km/h schnell laufen

* Sie können Löcher graben in denen sie sich über die Mittagshitze verstecken um die Thermoregulation zu unterstützen und um selbst nicht zu überhitzen.

* Sie können ihre Farbe so ändern dass sie früh morgens und spät abends fast schwarz sind-da sie bei einer dunkleren Farbe die Wärme der Sonne schneller und besser aufnehmen können. Ebenso können sie eine fast weiße Färbung aufweisen um die extreme Sonneneinstrahlung zu reflektieren und nicht an Überhitzung zu sterben.

* Die Körperfärbung kann auch links und rechts von der Wirbelsäule extrem variieren

Links: weiß Rechts: schwarz

Diese Chamäleon-Art hat einen sehr kurzen und breiten (dreieckigen) Kopf. Die Gesamtlänge dieser Tiere liegt bei ca. 15 bis maximal 18 cm, und gehört dadurch zu den mittelgroßen Chamäleons. Allerdings sehen sie viel größer aus da sie im Verhältnis einen kleinen Schwanz (ca. 6-7cm.) besitzen, der aber nicht wie bei anderen Chamäleon-Arten zum Greifen ist, sondern den Gleichgewichtssinn bei starken Winden unterstützt. Auf dem Rücken befinden sich anstelle eines Rückenkamms eine Reihe warzenähnlicher Tuberkel die diese Art unverwechselbar und einzigartig machen.

 

Nahrung:

 

Chamäleon namaquensis haben eine bemerkenswert lange Zunge und jagen vermehrt Insekten (besonders Käfer), Heuschrecken, Grillen, Eidechsen und kleine Schlangen sowie Skorpione.

Leider sind sie als besonders geschickte Echsenjäger bekannt und verschmähen auch kleinere Artgenossen nicht. (immer gleichgroße Tiere zusammenhalten)

 

Natürliche Feinde:

 

Ihre natürlichen Feinde sind hingegen:

Falken, Adler, Schlangen, Schakale sowie der Mensch

 

Terrarium:

 

Da diese Chamäleon-Art fast ausschließlich bodenbewohnend ist, benötigt man ein Terrarium mit mindestens 1 m² Grundfläche. Für jedes weitere Tier empfiehlt es sich 0,3 bis 0.5 m² dazuzugeben, da Chamäleons in der Regel Einzelgänger sind und auch genügend Platz brauchen um sich gegebenenfalls aus dem Weg gehen zu können. Wie bei allen Vertretern von Chamäleons ist es unerlässlich im Terrarium eine Halogen-Metalldampflampe zu installieren, um auch längerfristig für ihre Gesundheit und einen gesunden Knochenaufbau zu sorgen. Ebenso sollte man im Terrarium einen Wärmestrahler dazugeben wo man punktuell auf ca. 35-42°C kommt, wo sich die Tiere bei Bedarf aufwärmen können.

Da es in der Wüste Namibia nur selten regnet, decken sie ihren Wasserhaushalt fast ausschließlich über die Nahrung auf. Man sollte aber beachten, dass in freier Wildbahn die Temperatur zwischen Tag und Nacht extrem schwankt, ( Tag: 40°C Nacht: 0°C ) das verursacht dass Nebeltröpfchen sich auf Sträuchern etc. anhängen und sich zu kleinen Tröpfchen ansammelt, das wiederum Tiere nutzen können um zu trinken. Deshalb sollte man mindestens einmal in der Früh das ganze Terrarium leicht besprühen, um auch etwaigen Häutungsproblemen vorzubeugen.

 

Fortpflanzung und Inkubation:

 

Da diese Chamäleon-Art noch recht selten beschrieben ist, schreiben wir nur eigene Erfahrungen jetzt rein.

Nachdem das Weibchen mehrere Probebohrungen in ca. 30 cm Tiefe gemeistert hatte, und die anscheinend geeignete Stelle gefunden hat (ca. 60cm vom Höhleneingang entfernt), legte sie 22 Eier im Zeitraum von 14 Stunden über Nacht. Um 9.00 Uhr früh haben wir dann angefangen das Gelege vorsichtig auszugraben, um die Eier zu bergen. Danach legten wir die gefundenen Eier schlussendlich in den Inkubator und brühten diese bei 25°C aus. Die Zeitigung dauert ca. zwischen 150 und 240 Tagen bei 23-28°C, zusätzlich spielt es eine Rolle, ob man die Eier über Nacht auf Zimmertemperatur (ca. 18°C) abfallen lässt.

Wenn man züchten will und gesunde Jungtiere haben möchte, sicherlich sehr empfehlenswert!!!!!!!!!!!!!!!!

Ein Weibchen das gesund ernährt wird kann bis zu 2-3 Gelege im Jahr mit 22 Eiern bewältigen.

Allerdings wirkt sich das auf die Lebenserwartung dieser Chamäleonart stark aus, daher empfehlen wir  die Weibchen nur ein Gelege im Jahr legen zu lassen.

Die Geschlechtsreife erreichet Chamaeleo namaquensis mit 5-7 Monaten.

 

Lebenserwartung:

 

Die Lebenserwartung wird mit ca. 6-7 Jahren beziffert. (In freier Natur werden sie selten älter als 3-4 Jahre, weil es zu viele Feinde (Raubtiere) gibt! )

 

Lebensraum:

 

Das Verbreitungsgebiet dieser Art ist enorm. Es erstreckt sich von Südangola entlang der Westküste Afrikas über ganz Namibia bis nach Südafrika.

 

Artenschutz:

 

Artenschutz: Seit dem Jahr 2012 sind die Namaqua Chamäleons als CITES-II aufgelistet!

Meldepflicht: JA